| Bergbau - Aufbereitung |
Tierische Geschäfte - Katzenstreu aus Ton
Info-Schrift 1/2006 "Die TonLeiter" der Arbeitsgemeinschaft Westerwald-Ton
Die Katze von Welt erledigt ihre hinterlistigen Geschäfte heute in adäquaten sanitären Einrichtungen. Das Katzenklo unterscheidet sich natürlich in Bauweise und Funktion von unserem menschlichen „stillen Ortchen": es benötigt Katzenstreu. Mit der Übernahme der Marx Bergbau wurde die Stephan Schmidt Gruppe Eigner einer Anlage zur Herstellung solchen Katzenstreus. Mehr als 900.000 Tonnen Katzenstreu werden jährlich in der EU verbraucht - ein Umsatz von mehr als 10 Milliarden Euro in den Supermärkten und Haustier-Fachgeschäften.
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Katzenstreu wird ungefähr zur Hälfte aus montmorillonitischen Tonen hergestellt, die in der Vergangenheit dem Abraum zugeordnet wurden. So auch u. a. in unseren Gruben Salz und Birkenheck. Die andere Hälfte sind Bentonite, die zugekauft werden. |
2002 hat die Stephan Schmidt-KG einen Vertrag mit der Firma Heinrich von Gimborn geschlossen, die jährlich eine Menge von 20.000 Tonnen abnimmt und weiter vermarktet. Nur so ist es möglich, mit auskömmlichen Kosten und Preisen am Markt zu bestehen. Das Projekt Katzenstreu ist ein wichtiger Schritt in Richtung Produktdiversifizierung im Bereich Mineralprodukte der Stephan Schmidt Gruppe und trägt ganz wesentlich zur Zukunftssicherung des Standortes Ruppach bei, wo täglich mehr als 80 Tonnen Katzenstreu produziert werden.
Einfach tierisch!
Aufbereitung von Rohstoffen
Info-Schrift 2/2004 "Die TonLeiter" der Arbeitsgemeinschaft Westerwald-Ton
Der mineralische Rohstoff Ton benötigt, wie alle anderen Rohstoffe auch, eine intensive Aufbereitung, um handwerkliche oder industrielle Fertigprodukte daraus herstellen zu können.
![]() Tontagebau. |
Bei der Aufbereitung werden die Eigenschaften des Rohstoffs zielgerichtet auf das Endprodukt hin zugeschnitten, verändert und - besonders wichtig - in einem solchen Maße vergleichmässigt, d.h. homogenisiert, dass keramische Produkte von immer gleichartiger Qualität gefertigt werden können. Hier werden besonders hohe Ansprüche bei den Eigenschaften Farbkonstanz, Dichtbrennen und Widerstandsfähigkeit gestellt. Hinzu kommt eine große Palette weiterer Eigenschaften, welche die Formgebung, die Handhabung und den Brennprozess des keramischen Produktes bestimmen. Diese hohen Ansprüche an die Qualität der Keramik - von uns allen als Verbraucher gestellt - |
kann nur ein ausgefeiltes System von selektivem Abbau und der anschließenden Aufbereitung erfüllen, das von der Tonindustrie heute als absolute Voraussetzung für ein wirtschaftliches Arbeiten in der heimischen Region angesehen wird. Lange Zeit war der Weg zur Aufbereitung bei den Tonproduzenten versperrt durch das Bestreben der Tonverbraucher, diesen wichtigen Bereich in eigener Regie zu behalten.
![]() Stufen oder Strossen im Tonbergbau. |
Die Aufbereitung führte der Töpfer mit eigener Hand durch - in der keramischen Industrie zählte die Aufbereitung zur ureigensten Ausstattung jden Werkes. Erst seit den 60er Jahren gelang es, die Tonverbraucher peu à peu davon zu überzeugen, sich auf die Fertigung zu konzentrieren und den Tonproduzenten immer mehr Schritte in der Aufbereitung zu überlassen. Heute verlässt
kaum noch eine Tonne Rohstoff die Betriebe des Tonbergbaus, ohne in den
Werken der Tonindustrie einige Stufen der Aufbereitung durchlaufen zu
haben. |
Tonaufbereitung
Info-Schrift 2/2004 "Die TonLeiter" der Arbeitsgemeinschaft Westerwald-Ton
Die Westerwälder Tonlagerstätten verfügen im Gegensatz zu vielen anderen Tonvorkommen über eine Vielzahl unterschiedlichster Tonsorten. Sie unterscheiden sich in einer Mehrzahl von Eigenschaften, von denen eine hervorgehoben werden soll: die naturgegebene Brennfarbe. Sie ist abhängig von dem Gehalt der jeweiligen Tonsorte an eisen- und titanhaltigen Mineralen. Die Palette der Brennfarben reicht von sehr hellen grau-weißen in vielen Abstufungenüber grauen zu gelben, braunen und roten Färbungenjeder Intensität.
![]() Selektiver Abbau. |
Der stark voneinander abweichende Gehalt färbender Minerale hat seine Ursache im häufigen Wechsel dersogenannten „Liefergebiete“ während der geologischen Entstehung der Tonlagerstätten. Aus den unterschiedlichen Liefergebieten wurden während der Tertiärzeit Gesteinsteilchen unterschiedlicher „Muttergesteine“ in die Süßwasserbecken eingeschwemmt und zu Lagerstätten geformt. |
Die Tonsorten unterscheiden sich in ihrem chemischen, physikalischen und mineralogischen Aufbau, woraus eine Vielzahl von keramischen Eigenschaften resultiert. So vielgestaltig die Tonsorten auch sind, die Eigenschaften der einzelnen Sorten reichen nicht aus, um die Vielzahl der Wünsche von Keramikern und Keramik-Produzenten zu erfüllen. Zusätzlich ist die Konstanz der Eigenschaften, wie bei jedem mineralischen Rohstoff, unzureichend für eine industrielle Fertigung. Hier setzt die keramische Aufbereitung an:
Während den Standardrohstoffen beim Keramikhersteller noch wichtige Zuschlagsstoffe zugesetzt werden, werden die keramischen Massen fertig zum Gebrauch in der industriellen Produktion, auf der Drehscheibe des Töpfers oder zur Verwendung im heimischen Hobbykeller aus den Aufbereitungsanlagen der Tonindustrie angeliefert.
Ein Produkt der Aufbereitung in einem Rohstoffunternehmen bedarf noch der Erwähnung: die Herstellung von Schamotte als einem wichtigen Zuschlagstoff bei der Erzeugung keramischer Fertigware.
Keramische
Massen: fertig zur Formgebung
Info-Schrift 2/2004 "Die TonLeiter" der Arbeitsgemeinschaft
Westerwald-Ton
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Vor etwa 20 Jahren war die Aufbereitung von keramischen Massen noch fest in der Hand der Keramikfabriken. Am Beginn der 80er Jahre wagten Rohstoffproduzenten des Westerwaldes die ersten Schritte auf das Gebiet der Aufbereitung von Fertigmassen |
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Großtechnische Anlagen zur Herstellung der unterschiedlichen Formen von keramischen Massen werden im Westerwald von einer Reihe von Unternehmen desTonbergbaus betrieben u.a. bei Girod, Boden, Ransbach-Baumbach und Höhr-Grenzhausen. |
Man erkennt sie meist an ihren hohen Silotürmen mit Dutzenden von Silos für die Bevorratung einer Vielzahl von Rohstoffen. Viele keramische Fabriken und Töpfereien verlassen sich heute in Europa auf die aufbereiteten „Nutzstoffe“, die fertigen keramischen Massen des Tonbergbaus.